Warum besteht eine Koppelung
zwischen Gas- und Oelpreis?
Die Kopplung des Gas- an den Ölpreis
hat historische Gründe. Als Erdgas Ende der 60er
und Anfang der 70er Jahre auf dem europäischen
Energiemarkt eingeführt wurde, war Öl der
dominierende Brennstoff. Die Gaslieferverträge
mit den Produzentenländern wurden für längere
Perioden (20 bis 30 Jahre) unterzeichnet. Damals war
es den Vertragspartnern klar, dass die "junge Energie"
Erdgas gegenüber dem etablierten und populären
Öl Mühe haben würde, sich ohne Mindestschutzbestimmungen
durchzusetzen. Deshalb wurde das Prinzip der Ölpreis-Bindung
in den meisten Lieferverträgen verankert. Die Tatsache,
dass Gaslieferländer auch Erdölexporteure
sind, mag ebenfalls eine Rolle gespielt haben: Es lag
nicht in ihrem Interesse, die Konkurrenz zwischen beiden
Brennstoffen zu fördern.
Wegen der Preisklauseln passt sich der Gaspreis ständig
und automatisch den Änderungen seines Hauptkonkurrenten,
dem Ölpreis, an, welcher voll
der Laune der Märkte ausgesetzt ist. Die Anpassung
erfolgt meist viertel- bis halbjährlich aufgrund
privatrechtlicher Klauseln, welche wie die Lieferverträge
selbst geheim gehalten werden. Diese Preisbindung kann
die Gasverbraucher vor willkürlichen Gaspreiserhöhungen
seitens der Produzentenländer schützen. Für
gefangene Kunden - d.h. diejenigen die nur Gas verfeuern
und den Lieferanten nicht wechseln können - ist
somit die Gefahr gering, Brennstoffkosten tragen zu
müssen, welche nicht im Verhältnis zum Ölpreis
stehen. Diese Gasmonopolsituation hat aber Nachteile,
insbesondere die fehlende Preistransparenz.
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